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Fieseler Fi 156
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Die Fieseler Fi 156 Storch ist ein kolbenmotorgetriebenes STOL-Flugzeug, das erstmals 1936 flog. Entwickelt und gebaut wurde es in den Gerhard-Fieseler-Werken in Kassel aufgrund einer Ausschreibung fßr ein Kurzstart- und -landeflugzeug mit Langsamflugeigenschaften. Der Storch, wie er wegen seines hochbeinigen Fahrgestells genannt wurde, war das Standard-Kurier- und Verbindungsflugzeug der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Daneben diente es als Beobachtungsflugzeug, und es gab auch eine spezielle Version fßr Sanitätszwecke. Er wurde auch an die Luftwaffen Finnlands, Italiens, Bulgariens, Kroatiens, Ungarns, Rumäniens, der Slowakei und der Schweiz geliefert.
Contents
⢠Entwicklung
⢠Konstruktion
⢠Prototypen
⢠Varianten
⢠Produktion
⢠Deutschland
⢠Tschechoslowakei
⢠Frankreich
⢠Rumänien
⢠Sowjetunion
⢠Technische Daten
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Entwicklung
Konstruktion
Das Tragwerk war mit starren VorflĂźgeln Ăźber die gesamte Spannweite, statisch ausgeglichenen Schlitz-Querrudern mit Flettner-Ruder Ăźber die halbe Spannweite und groĂen Landeklappen ausgestattet. Das sorgte fĂźr gute Langsamflug- und STOL-Eigenschaften. Die Tragflächen lieĂen sich zum StraĂentransport um 90° nach hinten wegklappen. Eine groĂzĂźgig verglaste Kabine erlaubte eine ausgezeichnete Rundumsicht. Konstrukteure der Maschine waren Reinhold Mewes und sein Stab, die seit 1934 bei den Gerhard-Fieseler-Werken angestellt waren.cite-ref-1[1]
Prototypen
Es wurden zwei Prototypen hergestellt. Der Erstflug wurde von Gerhard Fieseler am 10. Mai 1936 auf dem Flugplatz Kassel-Waldau durchgefĂźhrt. Fieseler Ăźbertrug Typeneinfliegern die eigentliche Flugerprobung. Nachdem eine Maschine beim Rollen vom Seitenwind umgeworfen worden war, baute man das Fahrwerk mit deutlich mehr Spurweite.cite-ref-2[2]
Aus dem Jahr 1942 sind Bilder der Fi 156 mit dem Kennzeichen D-IAFZ Ăźberliefert, mit der erstmals eine aktive Grenzschichtabsaugung zur AuftriebserhĂśhung erprobt wurde. Die abgesaugte Luft wurde in senkrechten Schlitzen am Hinterrumpf hinter dem Kennzeichen wieder ausgeblasen.cite-ref-3[3]
Varianten
⢠Fi 156 V1: Prototyp mit Verstellpropeller aus Metall (WNr. 601, D-IBXY,cite-ref-flugzeug-classic-spezial-nr-5-4-0[4] gebaut im Zeitraum 1935â1936)
⢠Fi 156 V2: Prototyp mit Holzpropeller. Erstflug am 10. Mai 1936 (WNr. 602, D-IGLI,cite-ref-flugzeug-classic-spezial-nr-5-4-1[4] gebaut im Zeitraum 1935â1936)
⢠Fi 156 V3: Wie Prototyp V2. Versuchsmaschine fßr verschiedene Funkausrßstungen (WNr. 603, D-IGQE,cite-ref-flugzeug-classic-spezial-nr-5-4-2[4] gebaut im Jahr 1936)
⢠Fi 156 V4: Bruchzelle fĂźr statische Belastungstests (WNr. 604,cite-ref-flugzeug-classic-spezial-nr-5-4-3[4] gebaut im Zeitraum 1936â1937)
⢠Fi 156 A-0: Vorserienflugzeuge, wie Prototyp V3, 10 StĂźck produziert (WNr. 605â614,cite-ref-flugzeug-classic-spezial-nr-5-4-4[4] gebaut im Zeitraum 1937â1938)
⢠Fi 156 A-1: Die erste Produktionsserie fßr den Einsatz mit einer Produktionsanweisung durch die Luftwaffe von 16 Stßck. Das erste Flugzeug wurde Mitte 1937 in Dienst gestellt. Einige Quellen sprechen von lediglich 6 gebauten Mustern (gebaut im Jahr 1938)
⢠Fi 156 B-0: Ausgerßstet mit neuen, einziehbaren Vorflßgeln und einigen aerodynamischen Verbesserungen sowie einer auf 208 km/h erhÜhten Geschwindigkeit. Da die Luftwaffe die geringen Differenzen nicht fßr relevant hielt, wurde die Fi 156 B nicht fßr militärische Anwendungen produziert. Insgesamt wurden 14 Stßck gebaut, die fßr zivile Zwecke genutzt wurden.
⢠Fi 156 C-0: Vorserienmodell. Stark mit dem A-Modell verwandt (gebaut im Jahr 1939)
⢠Fi 156 C-1: Dreisitziges Verbindungsflugzeug, 286 StĂźck gebaut (gebaut 1939â1940)
⢠Fi 156 C-2: Zweisitzige Aufklärerversion mit einer erhÜhten, vollverglasten, rßckseitigen Bewaffnung mit einem MG 15-Maschinengewehr zur Selbstverteidigung. 239 Stßck gebaut (im Jahr 1940)
⢠Fi 156 C-3: Ersatz fĂźr die Versionen C-1 und C-2 mit einem Einheitscockpit fĂźr alle Einsatzzwecke. 274 StĂźck gebaut (1940â1941)
⢠Fi 156 C-3/Trop: Die C-3-Baureihe mit Anpassungen an die Tropen und den WĂźsteneinsatz (Lufteinlassfilter). 1742 StĂźck gebaut (1940â1942)
⢠Fi 156 C-5: Erweitert um eine AuĂenlaststation unter dem Rumpf fĂźr eine Kameraausstattung oder Abwurftanks. Einige C-5 wurden mit Schneekufen ausgerĂźstet (gebaut 1941â1945)
⢠Fi 156 C-5/Trop: Die C-5-Baureihe mit Anpassungen an die Tropen und den WĂźsteneinsatz (Lufteinlassfilter); (gebaut 1941â1945)
⢠Fi 156 C-7: Dreisitziges Verbindungsflugzeug. âFlacheâ Verglasung des Cockpits, ähnlich der C-1. 130 StĂźck gebaut.
⢠Fi 156 D-0: Vorserie der Sanitätsversion des C-Modells mit einem grĂśĂeren Cockpit und einer zusätzlichen TĂźr im hinteren rechten Bereich des Rumpfes zur Beladung mit Tragen. AusgerĂźstet mit dem Argus-As-10P-Triebwerk. 20 StĂźck gebaut (1941)
⢠Fi 156 D-1: Produktionsversion der D-0. (gebaut 1942â1945)
⢠Fi 156 E-0: Verbindungsflugzeug wie C-1; 10 Vorserienflugzeuge wurden mit einem Raupenfahrwerk fĂźr sumpfiges Gelände ausgerĂźstet. (gebaut 1941â1942)
⢠Fi 156 F oder P: Wie C-3 mit Maschinengewehren in den Seitenfenstern und BombenschlÜssern sowie Rauchwerfern. (gebaut im Jahr 1942)
⢠Fi 156 U: U-Jagd-Version. Identisch mit der C-3 mit Wasserbomben. (gebaut 1940)
⢠Fi 156 K-1: Exportversion der C-1 (gebaut fßr Schweden)
⢠Fi 256: Eine Weiterentwicklung des Storchs mit fßnf Plätzen; Zwei Serienmuster gebaut durch Morane-Saulnier
⢠MS-500: Nachkriegsversion von Morane-Saulnier mit kleinen Ănderungen. FranzĂśsisch produziert mit einem in Frankreich nachgebauten Argus-Flugmotor
⢠MS-501: Mit dem Renault-6Q-Flugmotor
⢠MS-502: Verbindungsflugzeug, nahezu der MS-500 gleich, mit einem Sternmotor Salmson 9ab
⢠MS-504: Mit einem Sternmotor Jacobs R-755-A2
⢠MS-505: Aufklärungsversion der MS-500 mit einem Sternmotor Jacobs R-755-A2
⢠MS-506: Mit einem Lycoming-Flugmotor
⢠MrĂĄz K-65 ÄĂĄp (tschechisch / slowakisch fĂźr Storch): Tschechoslowakische Nachkriegsversion
⢠Slepcev Storch: Nachbau als Ultraleichtflugzeug
Antonow OKA-38 Aist (russisch fßr Storch): Eine unlizenzierte sowjetische Kopie einer Fi 156, angetrieben durch eine Kopie des Renault MV-6-Flugmotors (ähnlich dem Renault 6Q), die Produktion war in der Startphase, als das Werk 1941 von den Streitkräften des Dritten Reiches ßberrannt wurde.
Besondere Flugleistungen
Die Konstruktion des Storches ermĂśglichte ihm eine extrem niedrige Mindestfluggeschwindigkeit von unter 50 km/h. Somit verringerten sich auch die Anforderungen an Start- und Landestrecken. Zum Start reichten dem Storch bei Gegenwind 50 Meter, zum Landen 20 Meter. Das Flugzeug flog langsam genug, um Fernmeldekabel verlegen zu kĂśnnen. Bei entsprechendem Gegenwind konnte der Storch auch âin der Luft stehenâ (Geschwindigkeit Ăźber Grund null) oder sich rĂźckwärts bewegen.
Erwin Rommel nutzte 1941 in Afrika einen Fieseler Storch, um Truppenbewegungen zu beobachten. Als es den Briten gelang, eine Maschine zu erbeuten, nutzte auch Rommels Gegenspieler Bernhard Law Montgomery sie fortan als sein persĂśnliches Flugzeug. Andere wurden als persĂśnliche Flugzeuge von Air Vice Marshal Arthur Coningham und Air Vice Marshal Harry Broadhurst verwendet. Broadhurst flog in einer erbeuteten Storch in Nordafrika, Italien und Nordwesteuropa.cite-ref-5[5]
Ein spektakulärer Einsatz eines Fieseler Storches war das Unternehmen Eiche, die Befreiung des gestĂźrzten italienischen Diktators Benito Mussolini vom Gran Sasso dâItalia am 12. September 1943.
Am 26. April 1945 war ein Storch eines der letzten Flugzeuge, die während der Schlacht um Berlin auf der improvisierten Landebahn im Tiergarten nahe dem Brandenburger Tor landeten. Geflogen wurde sie von der Testpilotin Hanna Reitsch, die Generalfeldmarschall Robert von Greim von Mßnchen nach Berlin flog.cite-ref-6[6]
Internationale Anerkennung erlangten die StÜrche, als am 19. November 1946 eine Douglas C-53 Skytrooper der USAAF am Gauligletscher in der Schweiz verunglßckte. Alle zwÜlf Personen an Bord ßberlebten den Absturz. Die aufwändigen Rettungsversuche der Amerikaner misslangen allesamt, doch mit den StÜrchen der Schweizer Flugwaffe konnten die zwÜlf Verunglßckten (darunter zwei US-Generäle und weitere hohe Offiziere) nach fßnf Nächten gerettet werden (siehe Flugunfall auf dem Gauligletscher). In der Schweizer Flugwaffe war der Storch bis 1963 im Dienst.
Produktion
Deutschland
Eine erste Vorserie von Fi 156 A-0 wurde 1938 gebaut, gefolgt von den in geringer StĂźckzahl gebauten Zivilversion B-0 und B-1 sowie den in grĂśĂerem Umfang gebauten Militärversionen C-0 (Vorserie), C-1 (Verbindungsflugzeug) C-2 (Aufklärer). Die Fi 156C hatte ein bewegliches 7,92-mm-MG 15-Maschinengewehr als Defensivbewaffnung und wurde zunächst von Argus-As-10C-Motoren angetrieben, während die C-3 als Mehrzweckflugzeug den verbesserten As 10P erhielt. Die C-5 konnte zusätzlich eine Zuladung von drei 50-kg-Bomben, einer 135-kg-Mine, einer Kameraausstattung oder einen Zusatztank aufnehmen, der eine Reichweite von 1010 km erlaubte. Die Versionen D-0 mit Argus-As-10C-Motor und D-1 mit As 10P verfĂźgten Ăźber eine grĂśĂere Kabine und konnten durch Aufnahme einer Trage als Sanitätsflugzeuge eingesetzt werden. Eine Version E-0 mit Raupenfahrwerk fĂźr Landungen in sumpfigen Gebieten wurde erfolgreich erprobt. Auch eine verbesserte Nachfolgeversion Fi 256 mit fĂźnf Sitzplätzen wurde gebaut. Zusätzlich wurde eine Vertriebsserie aufgelegt, die während des Krieges exportiert wurde. Einige Flugzeuge aus dieser Serie wurden auch an deutsche Dienststellen geliefert.
Fieseler blieb bis 1942 Alleinlieferant, sollte sich dann jedoch verstärkt auf den Bau von Jagdflugzeugen konzentrieren, weshalb die Produktion auf weitere Werke in den besetzten Gebieten ausgeweitet wurde.
Tschechoslowakei
Da Fieseler sich ab 1944 auf die Fertigung der Focke-Wulf Fw 190 konzentrieren sollte, wurde ab Dezember 1943 die Produktion in Kassel eingestellt und zu Leichtbau Budweis (LBB) verlagert. Ab 1944 wurde erneut umgelagert zu BeneĹĄ-MrĂĄz in Chotzen im damaligen Reichsprotektorat BĂśhmen und Mähren. Dort wurden bis zum Kriegsende noch 138 StĂźck Fi 156 gebaut. Die Produktion wurde auch nach dem Kriegsende unter der Bezeichnung K-65 ÄĂĄp [] (tschechisch fĂźr Storch) fortgefĂźhrt und erst 1949 eingestellt. Auf Basis der K-65 wurde im Anschluss bei Aero die L-60 als Nachfolger entwickelt.
Frankreich
Ab April 1942 fertigte die franzĂśsische Firma Morane-Saulnier die ersten Fi 156. Nach der Befreiung wurde die Produktion fĂźr die ArmĂŠe de lâair weitergefĂźhrt. Das Flugzeug wurde nach Kriegsende mit kleinen Ănderungen (z. B. grĂśĂere Räder, Metallpropeller) zunächst in der Originalvariante als MS 500 gebaut, bis die vorhandenen Argus-Motoren aufgebraucht waren, danach mit weiteren Ănderungen (z. B. nach oben zur Tragfläche hin Ăśffnender TĂźr, auĂerhalb der Tragflächen laufende Benzinleitungen) als MS 502 âCriquetâ (âGrilleâ) mit Salmson-9ab-240-PS-Sternmotor und als MS 505 mit Jacobs-R755-305-PS-Sternmotor. Es wurden 141 Exemplare fĂźr das Deutsche Reich gefertigt und 925 Exemplare fĂźr die ArmĂŠe de lâair. Die Flugzeuge wurden noch im 1954 endenden Krieg um FranzĂśsisch-Indochina eingesetzt. Im dortigen feuchten Klima zeigten sich allerdings Schwächen der Holzbauweise. Die Tragflächen wurden im Laufe der Produktion der MS 500 sowie fĂźr die folgenden Modelle auf Metallbauweise umgestellt. Im Jahr 1965 wurde die Produktion eingestellt.
Rumänien
Eine weitere Lizenz-Produktion wurde 1943 bei IAR (Ăntreprinderea de construcĹŁii aeronautice româneĹti) in Bukarest begonnen, aber nur zehn StĂźck wurden noch fĂźr Deutschland gefertigt, ehe Rumänien im August 1944 die Seiten wechselte. AnschlieĂend wurden weitere 70 StĂźck fĂźr den eigenen Bedarf gebaut, bis die Produktion 1946 eingestellt wurde.
Sowjetunion
Bereits um 1940 entstand bei ANBO in Kaunas (Litauen) eine nichtlizenzierte Kopie des Flugzeugs in der UdSSR, die Antonow OKA-38. Sie war mit einer Kopie des franzÜsischen Renault-MV-6-Motors bestßckt. Die Fabrik hatte zuvor schon eigene Aufklärungsflugzeuge gefertigt und war daher ausgesucht worden, den Storch-Nachbau zu fertigen. Allerdings wurde die Fabrik während des deutschen Vormarschs am 22. Juni 1941 bombardiert und die gesamte Produktion vernichtet. Sie wurde nicht wiederaufgenommen.cite-ref-7[7]
Produktionszahlen
| Version | GFW | Morane | MrĂĄz | LBB | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Versuchsmuster | 3 | | | | 3 |
| A-0 | 10 | | | | 10 |
| B-0 | 14 | | | | 14 |
| C-1 | 286 | | | | 286 |
| C-2 | 239 | | | | 239 |
| C-3 | 261 | | | 13 | 274 |
| C-3tp | 1005 | 737 | | | 1742 |
| C-5 | 1 | | | | 1 |
| C-7 | | 47 | 33 | 50 | 130 |
| D-0 | 20 | | | | 20 |
| D-1tp | 107 | | | 10 | 117 |
| D-2 | | | 24 | | 24 |
| C-7/D-2 | | | 17 | | 17 |
| F-0 | 3 | | | | 3 |
| Vertriebsserie | ca. 30 | | | | ca. 30 |
| Summe | ca. 1979 | 784 | 74 | 73 | ca. 2911 |
Quelle: Unterlagen aus dem Bundesarchiv/Militärarchiv Freiburg, Bestand RL 3
Technische Daten
| KenngrĂśĂe | Daten (Fi 156 C-3) [ 8 ] |
|---|---|
| Besatzung | ein Pilot und zwei Beobachter |
| Länge | 9,90 m |
| Spannweite | 14,25 m |
| Breite | 4,75 m mit beigeklappten Flächen |
| HĂśhe | 3,05 m |
| Flßgelfläche | 26,00 m² |
| FlĂźgelstreckung | 7,8 |
| Leermasse | 935 kg |
| max. Startmasse | 1320 kg |
| Flächenbelastung | 51â62 kg/m² |
| Antrieb | ein luftgekĂźhlter V8-Motor Argus As 10 C |
| Startleistung | 240 PS (177 kW) |
| HĂśchstgeschwindigkeit | 175 km/h in MeereshĂśhe |
| Reisegeschwindigkeit | 150 km/h |
| Landegeschwindigkeit | 61 km/h |
| Mindestgeschwindigkeit | 51 km/h |
| DienstgipfelhĂśhe | 4800 m |
| Reichweite | 510 km |
| Bewaffnung | ein 7,92-mm- MG 15 , bis zu drei 50-kg-Bomben oder eine 135-kg- Wasserbombe oder 48 SchĂźttbomben |
Fieseler Storch heute
Erhaltene Flugzeuge
Das letzte Exemplar der original in Kassel gebauten Fieseler Fi 156 C-3/Trop in der Sanitätsausfßhrung aus dem Jahre 1943 mit dem Kennzeichen D-EKLU ist nach einigen Stationen im Hessischen Landesmuseum, bis 1994 in Halle 6 der Heeresflieger Staffel 2 (1994 aufgelÜst) auf dem Heeresflugplatz Fritzlar und im Kasseler Hauptbahnhofcite-ref-9[9] derzeit am Flughafen Kassel-Calden beheimatet. Nach sechsjähriger Restaurierung durch einen FÜrderverein ist die Maschine im September 2011 bereits zu Testflßgen gestartet. Sie ist mittlerweile als so genanntes Normalflugzeug (wieder) zugelassen. Im Zweijahresrhythmus wird das Flugzeug im Rahmen des Flugplatzfestes ausgestellt.cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]cite-ref-12[12]cite-ref-13[13]
Im Finnischen Luftfahrtmuseum in Vantaa befindet sich ein Storch (Ausfßhrung K-1), der wahrscheinlich in Kassel gebaut wurde. Das Flugzeug (Werknummer 4230/39) war vom finnischen Verteidigungsministerium im Jahr 1938 bestellt worden und diente bis 1960 als Verbindungsflugzeug der finnischen Luftstreitkräfte.cite-ref-14[14]cite-ref-timoheinonen-15-0[15]
Am Flugplatz Damme fliegt die einzige existierende flugfähige Sanitätsversion des Fieseler Storch (Fi 156 D-2) mit dem Kennzeichen D-EMAV, der 1944 mit der Werk-Nr. 475303 bei Mråz hergestellt wurde.
Ein aus Teilen mehrerer Maschinen zusammengesetztes Flugzeug befindet sich in Privatbesitz, wird jedoch zeitweise in der Flugwerft des Deutschen Museums, Flugwerft SchleiĂheim ausgestellt. Das Flugzeug ist flugfähig und mit dem Kennzeichen D-EAWD zugelassen.cite-ref-16[16] Ein weiterer Storch der Schweizer Flugwaffe mit dem Kennzeichen A-96 und zusätzlich montiertem Skifahrwerk fĂźr Gletscherlandungen gehĂśrt zum Bestand des Museums und ist seit der WiedererĂśffnung der Luftfahrthalle des Haupthauses im Juli 2022 dort zu sehen.cite-ref-17[17]
Am 6. Mai 2008 fand der Erstflug eines als Fieseler 156 C-7 restaurierten Storchs in Bonn/Hangelar statt. Die Restaurierung erfolgte durch den Luftfahrttechnischen Betrieb Dirk Bende.cite-ref-18[18] Er ist mit dem Kennzeichen D-EVDB zugelassen und wird unter anderem auch fĂźr RundflĂźge und Filmaufnahmen genutzt.
Ein flugfähiger Storch ist in Ăsterreich mit dem Kennzeichen OE-AKA zugelassen. Die 1943 gebaute Maschine war zunächst unter der Typenbezeichnung S14B bei den schwedischen Luftstreitkräften im Einsatz und wurde nach dem Krieg zunächst als Schlepper fĂźr Segelflugzeuge am Flugplatz Wiener Neustadt/Ost verwendet. Die Maschine befindet sich heute in Privatbesitz.
In der Dauerausstellung des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums befand sich ein sehr gut erhaltener Fieseler Storch Fi 156 C-3, der von der deutschen Wehrmacht als Verbindungs- und Aufklärungsflugzeug eingesetzt wurde.cite-ref-rauchensteinerlitscher-19-0[19] Nach mehr als 25 Jahren wurde das Flugzeug im Juni 2025 in den Besitz des Technischen Museums Wien rßckßberfßhrt.cite-ref-20[20]
Ein weiteres unverändertes Original der AusfĂźhrung B befindet sich derzeit als Dauerleihgabe im Hangar II des ehemaligen Fliegerhorstes Crailsheim, wo die Maschine während des Krieges als Bestandteil des III. Infanterieregiments GroĂdeutschland unter Oberstleutnant Eugen Garski stationiert war. Sie ist dort ins Deckengebälk eingehängt. Die ehemalige Flughalle wird heute als Autohaus und Veranstaltungshalle genutzt; das Exemplar ist zu den Ăffnungszeiten frei zugänglich.
Weitere Exemplare befinden sich im britischen RAF Cosford Aerospace Museum (Rufzeichen GM+AK)cite-ref-21[21], im schwedischen Flygvapenmuseum in LinkĂśpingcite-ref-22[22] sowie im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern.cite-ref-23[23]
Es gibt noch andere Nachbauten, wie die Criquet von Criquetaviation mit dem neuen, in Australien gefertigten Rotec-2800 (einem 120 PS leistenden Siebenzylinder-Sternmotor). Ab 1991 wurde eine Nachbauversion im 3:4-MaĂstab von Viktor Slepcev gezeichnet. Sie verfĂźgt Ăźber ähnliche Kurzstart- und Landeeigenschaften wie das Original. In Deutschland fliegt (als Experimental zugelassen) die D-EPEG. Diese Flugzeuge werden als Metallbausatz ohne Bespannung und Motor oder komplett mit Rotax-Motor in Novi Sad gefertigt.cite-ref-24[24]
Fieseler Storch Flugsimulator
Als Aufgabenstellung fĂźr eine interdisziplinäre Zusammenarbeit vieler Gebiete der Ingenieurwissenschaften fĂźhrte von Juni 2015 bis Mai 2018 das Fachgebiet Anlagen- und Hochspannungstechnik der Universität Kassel das Projekt Storch Flugsimulator 1.0 durch. Der entstandene Simulator, in dem alle Bedienelemente des historischen Storch-Cockpits im MaĂstab 1:1 in Funktion integriert sind, erzeugt Ăźber eine gebogene 180° GroĂbild-Leinwand um den Piloten herum ein realistisches Flugerlebnis. Seit 2019 steht der Simulator in der Trägerschaft des Fieseler Storch Flugsimulator e. V. im Terminal des Kassel Airports allen Interessierten zur Nutzung zur VerfĂźgung und bringt den seit 1935/36 in Kassel entwickelten und gebauten Storch der Ăffentlichkeit näher.cite-ref-fi156simulator2019-25-0[25]cite-ref-hna2018-05-28-26-0[26]cite-ref-hna2020-01-18-27-0[27]
Literatur
⢠Herbert Ringlstetter: Fieseler Fi 156 âStorchâ: Schier unglaublich. In: Flugzeug Classic, Nr. 9. GeraMond, MĂźnchen 2019, S. 38â43.
⢠Herbert Ringlstetter: Fieseler Fi 156 âStorchâ: Genial einfach. In: Flugzeug Classic, Nr. 10. GeraMond, MĂźnchen 2019, S. 54â59.
⢠Herbert Ringlstetter: Fieseler Fi 156 âStorchâ: Der âfliegende FeldherrenhĂźgelâ. In: Flugzeug Classic, Nr. 11. GeraMond, MĂźnchen 2019, S. 36â41.
⢠Herbert Ringlstetter: Fieseler Fi 156. In: Flugzeug Classic Special 5: Deutsche Kolbenmotor-Militärflugzeuge 1933â1945 - Bomber, Aufklärer, Transporter. GeraMond, MĂźnchen 2010, S. 50â56.
⢠Rolf Nagel, Thorsten Bauer: Kassel und die Luftfahrtindustrie seit 1923. Bernecker, Melsungen 2015, ISBN 978-3-87064-147-4.
⢠meinebahnGerhard Fieseler: Meine Bahn am Himmel. Der Erbauer des Fieseler Storch und der V 1 erzählt sein Leben. Bertelsmann Verlag, Mßnchen 1979, ISBN 3-570-01192-5 (Autobiographie).
⢠Olaf Groehler: Geschichte des Luftkriegs 1910 bis 1980. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1981.
⢠Kenneth Munson: Bomber, Patrouillen- und Transportflugzeuge 1939â1945. 3. Auflage, Orell FĂźssli Verlag, ZĂźrich 1977.
Weblinks
Commons
: Fieseler Fi 156 Storch
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Motorstarts (Argus AS10P) eines Storches auf YouTube
⢠Starts eines Fieseler Storch auf YouTube
⢠fliegender, restaurierter Storch auf YouTube
⢠Storch mit abgeklappten Tragflächen
Einzelnachweise
cite-note-11. â s. Meine Bahn am Himmel. S. 208ff.
cite-note-22. â s. Meine Bahn am Himmel. S. 213ff. (Der von G. Fieseler konkret benannte Testpilot Willy A. Fiedler war nach anderen Quellen erst ab 1938 bei den Fieseler-Werken tätig.)
cite-note-flugzeug-classic-spezial-nr-5-44. â Karl KĂśssler: Der Fieseler âStorchâ â wie er wirklich entstanden ist. S. 2ff, abgerufen am 20. November 2025.
cite-note-55. â John H. Lienhard: No. 2431: Fieseler Storch. In: Eninges of our ingenuity. 2008, abgerufen am 1. August 2023 (englisch).
cite-note-66. â Antony Beevor: Berlin: The Downfall 1945. London, Penguin Books 2002, S. 322
cite-note-77. â ĐĐ˝ŃОнОв ĐĐĐ-38 ĐиŃŃ. Abgerufen am 17. Juni 2023.
cite-note-81. Rolf Nagel, Thorsten Bauer: Kassel und die Luftfahrtindustrie seit 1923. Bernecker, Melsungen 2015, ISBN 978-3-87064-147-4, S. 236 (ohne Bewaffnung).
cite-note-99. â s. http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/2931648
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cite-note-1111. â Flugzeugbilder â Die Fotoseite fĂźr Flugzeug Spotter. Abgerufen am 17. Juni 2023.
cite-note-1212. â s. http://www.flughafenkassel.de/t3/index.php?id=flugplatzfest@1@2Vorlage:Toter Link/www.flughafenkassel.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂźfe den Link gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
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cite-note-fi156simulator2019-2525. â Fieseler Storch Flugsimulator e. V.: Der Storch Flugsimulator 1.0. In: Fieseler Storch Flugsimulator e. V. 23. Oktober 2019, abgerufen am 18. Dezember 2019.